Backen – die wohl schmackhafteste Therapie

Wer mich kennt weiß: Ich bin eine Naschkatze! 😉 Das an sich ist nicht schlimm, wenn ich stets aus Genuss und bewusst äße. Leider kommt es bei mir aber allzu oft vor, dass ich zu Süßem greife, wenn es mir nicht gut geht. Essen als Ablenkung, Zucker zur Belohnung/Aufmunterung, Stichwort „emotionaler Hunger„. Viele von euch kennen das sicherlich.

Backen ist bei mir mehr als nur Hobby, sondern auch Therapie. Wenn ich für mich backe, investiere ich Zeit in mich. Zeit wiederum ist kostbar, hat einen Wert. Somit schätze ich mich durch das Backen selbst wert. Klingt einfach? Ist es auch, zumindest wenn man gerne backt, wie ich 🙂 Mit dem Kochen verhält es sich ähnlich, aber da ich ein auffälliges Problem mit süßen zuckerhaltigen Speisen habe, ist Backen tatsächlich zu einer Art Therapie geworden und nicht nur mein Hobby.

Wie genau hilft mir denn aber nun das Backen? Nun, schon bei der Frage, was ich backen möchte, beschäftige ich mich ganz bewusst damit worauf ich Appetit habe. Bewusstsein ist für mich ein sehr wichtiges Kriterium geworden. Wer Fressanfälle aus eigener Erfahrung kennt, der weiß, dass das nichts mehr mit bewusstem Essen und schon gar nichts mit Genuss zu tun hat. Essen soll in dem Moment nur noch den Zweck erfüllen, dass es mir besser geht und dazu esse ich i.d.R. sehr schnell und sehr viel. Oftmals geht es darum ein negatives Gefühl runter zu drücken. Bei mir ist das sehr oft Angst davor etwas nicht zu können/schaffen, nicht auszureichen, nicht gut genug zu sein oder ein Gefühl der Einsamkeit und inneren Leere. Es kommt nicht von ungefähr, dass viele Menschen alleine sind, wenn sie viel zu viel essen.

Habe ich mich einmal entschieden was ich backen möchte, mache ich mich ans Werk. In dem ich mir die Zutaten zusammen suche, mache ich mir bewusst was ich meinem Körper zuführen möchte und werde. Das ist wieder ein sehr wichtiger Aspekt für mich. Wenn ich mir beim Bäcker etwas kaufe oder Süßigkeiten konsumiere, weiß ich oftmals nicht genau welche Lebensmittel verwendet wurden. Sobald ich selbst backe, entscheide ich über die Lebensmittel, die ich verwenden möchte. Es ist sehr auffällig, dass ich beim bewussten Einkauf meiner Lebensmittel sehr viel wert auf qualitativ hochwertige Produkte lege. Auch das ist ein wichtiges Signal an mich selbst, dass ich es mir wert bin. Z.B. verwende ich keinen billigen weißen raffinierten Zucker oder Weizenmehl. Ich benutze gesündere und natürliche Alternativen und habe genug Erfahrung, um zu wissen was mir schmeckt. Der Geschmack ist hierbei kein Kompromiss! Als ich vor einigen Jahren angefangen habe „gesund“ zu backen, musste ich mich erst etwas zurecht finden, denn die herkömmlichen Rezepte beinhalten fast alle unglaublich viel Zucker, Butter und Weizenmehl. Mittlerweile ist diese Art des Backens aber absolute Gewohnheit für mich geworden und es schmeckt nicht nur mir, sondern auch den lieben Menschen, die ab und an kosten dürfen, wenn ich nicht schon alles aufgegessen habe 😉

Das bringt mich zu dem nächsten Punkt, der Menge. Wenn ich selbst etwas backe, ist es fast ausnahmslos so, dass ich nicht erst aufhöre zu essen, wenn nichts mehr da ist. Ich denke es hat mit der Vorbereitung zu tun, dass ich länger etwas davon haben möchte. Diesen Punkt kann ich nicht wirklich erklären, weil ich mir nicht ganz sicher bin warum das so ist, aber ich kenne meine Grenzen und höre genauer auf meinen Körper, wenn ich etwas esse, dass ich gebacken habe. Ein Gefühl der Befriedigung (es reicht mir) stellt sich ein. Jedoch hatte ich mehr als genug Fressanfälle, wo ich u.a. auch Kekse, Kuchen oder süße Teilchen vom Bäcker gegessen habe, aber es war nie genug. Es musste immer mehr sein, bis mehr einfach nicht ging. Wenn ich backe, esse ich anschließend in Maßen.

Backen hilft sogar bei einem meiner tief sitzenden limitierenden Glaubenssätze: Ich bin nicht kreativ! Interessant, denn beim Backen beweise ich mir das Gegenteil. Nur sehr selten backe ich nach Rezept und selbst dann, wenn ich mir ein Rezept raussuche, ändere ich es nach meinen Vorstellungen ab. Es macht mir wenig Spaß genau nach Anleitung vorzugehen. Ich probiere gerne etwas aus und bringe meine eigenen Ideen ein. Na wenn das nicht kreativ ist 😉

Ich fasse noch einmal zusammen wie und/oder wobei mir Backen hilft:

  1. Zeitnehmen = mich wertschätzen
  2. Bewusstsein / bewusst machen
  3. Qualität > Quantität (gesündere natürliche Lebensmittel)
  4. Maßhalten
  5. Kreativität

Für all diejenigen unter euch, die meine Backtherapie direkt mal ausprobieren wollen, gibt es hier noch ein Rezept. Passend zur Jahreszeit habe ich Kürbis-Bananen-Muffins gebacken. Die Menge reicht für ca 10-12 Muffins (12er-Muffinform-Größe) aus. So ganz genau kann ich das nicht sagen, weil ich nur 6 Muffins und aus dem Rest ein kleines Brot gebacken habe. Geimheimtipp: Das lässt sich wunderbar mit Mandelmus bestreichen ♥

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Rezept für vegane Kürbis-Bananen-Muffins

  • 1/4 Hokkaido Kürbis weichgekocht
  • 2 reife Bananen (je reifer, desto mehr Süße haben sie)
  • 2 EL Chiasamen eingeweicht in etwas Wasser (Eiersatz)
  • 250 g Mehl (ich habe 125 g Dinkelmehl und 125 g Dinkelgrieß verwendet)
  • Süße nach Belieben (ich habe verwendet 2 EL Honig und 3 EL Xucker)
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL Zimt
  • Halbe Walnüsse zur Deko

Zuerst den Kürbis weich kochen und mit der Banane zu einem Brei vermatschen. Chiasamen in etwas Wasser aufquellen lassen und zu dem Brei geben. Süßungsmittel deiner Wahl hinzugeben sowie Zimt, falls du es magst oder auch gerne ein anderes Gewürz deiner Wahl. Mehl und Backpulver zum Schluss unterrühren. Falls der Teig zu flüssig ist, etwas pflanzliche Milch hinzufügen. Mein Kürbis war ziemlich vollgesogen mit Wasser und so war es bei mir nicht nötig. Ist dein Teig zu flüssig, nimmst du einfach etwas mehr Mehl. Ab in den vorgeheizten Backofen und bei 160 Grad ca 20 Minuten backen lassen. Das Brot habe ich 15 min länger im Backofen gelassen.

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Set yourself on fire

Eure Annika

 

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